DSA81 Berühmte Helden

Jeder Spielerheld fängt klein an, aber irgendwann sprechen sich seine Heldentaten rum. Wie lässt sich Bekanntheit sinnvoll und interessant im Rollenspiel umsetzen? Wie können Ruhm, Gerüchte oder sogar Anhänger einen Helden verändern? Mit Expertise aus erstes Hand beehrt uns heute Ali, ihr habt wahrscheinlich schon mal von ihm gehört.

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8 Gedanken zu „DSA81 Berühmte Helden

  1. Aus meiner Sicht hat sich bei berühmten Recken noch die Mittel des von Empfehlungsschreiben, Geleitbriefen und ähnlichem bewährt. Der Bronnjar, Dorfvogt oder auch Geweihter in der Pampa mag noch nie von den Helden gehört haben, aber das Schreiben einer hochgestellten Person (der Titel ist da wichtiger als die Namenskenntnis) stellt, dann die Verhältnisse klar, wenn der NSC / Meister dies auch möchte.

    Theoretisch gibt es dafür in DSA auch das Konzept der verschiedenen Verdienstorden, aber ich fühle mich als Meister wohler mit dem Zeugnissen, als den Weltenrettern von der Kaiserin den dritten goldenen Raulsorden verteilen zu lassen.

    • Empfehlungsschreiben gibts bei mir auch oft. Z.B. bekam mal ein Held eine Ehrenbürgerurkunde, die ihm im Namen der Stadt einen einwandfreien Leumund bezeugen soll.

  2. Aaah, das klassische DSA Problem: Spieler lhelden dürfen nie etwas wirklich bedeutendes in der Öffentlichkeit machen, man kann schließlich nicht über sie im Boten schreiben… Das Problem hat sich schon so in die Köpfe gebrannt, dass Vorschläge wie „Naja, wirklich berühmt können nur NSC sein“ nichts besonderes sind. Print-Abenteuer hatten dafür immer zwei Lösungen: Die Helden blieben Schergen von wichtigen NSC, egal wie episch ihre Taten waren (G7 Kampagne) oder das epische Finale fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer Globule statt (Drachenchronik).

    Ich finde, man sollte weniger Angst davor haben, den Metaplot kaputt zu machen. NSC der Stufen 18-20 (sorry wegen der DSA-Metrik) sind Rektoren einer Magierakademie oder Hochgeweihte. Warum sollten SC das nicht werden können? Letztlich sind viele hochrangige NSC auch nur die SC der Autoren. Niemand stört es, dass Thomeg Atherion 6 Monate im Jahr nicht an der Akademie sondern auf „Fotschungsreisen“ ist. Das können Spielerhelden auch machen. Es würde an einer Akademie der zweiten Reihe niemandem (in time) auffallen. Und warum in der zweiten Reihe aufhören? Ein Magier der 19. Stufe kann auch Salpikon Savertin zum magischen Duell fordern und als Akademieleiter beerben. Das ist das, was 19.stufige Helden tun (sollten). Davon geht der Metaplot nicht unter.
    Vor Jahren schrieb eine Nanduriatin mal, wie episch ihr Finale der fliegenden Festung war – obwohl beide zentralen NSCs ausgetauscht werden mussten (die wären in der langen Spielzeit jener Gruppe schon vorher gestorben. Damals dachte ich: „Uiuiui, hätte man das nicht retconnen müssen?“ Mittlerweile denke ich, dass die lebendige Geschichte für beide Seiten gilt.

    Also, untypischerweise empfehle ich dieses mal einen lockereren Umgang mit dem „offiziellen Aventurien“.
    😉

  3. Pingback: Berühmte Helden im DSA Intime Podcast – Nuntiovolo.de

  4. Ich leite meine Kampagne seit 5 Jahren und seit circa 3 Jahren kennen sie die großen NPCS, diese kennen sie auch.
    Mit 20.000 Ap habe ich Magister, Hofmagier, Auserwählte der Götter und und und.

    Mittlerweile sammeln die unbekannten NPCs Autogramme und Sammelkarten von ihnen und sie sind nach dem Jahr des Feuers so bekannt wie die G7.
    Nur, dass sie nicht tot sind.

    Cooles Thema im Podcast

  5. Ich erinnere mich dunkel, dass vor etlichen Jahren Mal ein Artikel zu dem Thema im AB stand.
    Als Faustformel durfte der Normalsterbliche auf die halbe Stunde der Helden würfeln, ob er sie erkennt. „Berufsgenossen“ durfen auf die volle Stufe würfeln.
    DSA typisch gab es natürlich noch ein Dutzend Ausnahmen und Sonderregelungen.

  6. Moin,

    Punkt: Ungewollter Ruhm
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    Minimale Spoiler Theatheritterkampagne
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    Ich hatte vor kurzem einen Andergaster Freiherr durch die Theatheritterkampagne geführt. Da er in seiner Jugend sehr viele Konflikte mit „dreckigen hinterlistigen Orks“ hatte, war die ganze Rondra fairer Zweikampf Sache immer immens realitätsfern/selbstmörderisch für ihn. Die Meisterin hatte aber eiskalt die ausschließlich den Eindruck der Handlungen auf die „Außenwelt“ macht als Grundlage seines Rufes genommen und wie die Leute sich sein Verhalten erklären würden(!) – Man erklärt sich ja normalerweise nicht gegenüber den meisten NSC.

    z.B.
    Er stellt einen verräterischen (Rondra) Ketzer in einem Zweikampf. Das sein Kalkühl war: „Der Zweikampf macht es mir nur einfacher den Kerl Umzubringen!“ kann halt keiner sehen.

    Er schützt arme Leibeigene vor Züchtigung und gibt teile der Gruppen Vorräte (de er finanziert hat). Motiv: Die Bronnjare hier können mich sowieso nicht leiden, aber die echt hundearmen Leibeigenen werden sich hieran erinnern und wesentlich freier mit Informationen und etwaiger Unterstützung sein wenn es zum Konflikt kommt.

    Es kam dann soweit, dass er eine von der Gottheit Rondra selbst geweihten Rondrakamm als Waffe hatte (An sich auch irgendwie Leichenfledderei, da er es einem sehr lange toten Theaterritter abnahm). Den aber so gut wie nie genutzt hat. Nur wenn er absolut ohne den geringsten Zweifel davon überzeugt war, dass ein Kampf im direkten Interesse Rondras war (Dämon, offene Namenlosen Anbetung etc.) hat er diesen benutzt. In der ganzen 2 Jährigen Kampagne 1 mal und ansonsten hatte seinen profanen Andergaster. – Einfach nur weil er scheiß Angst hatte davor das Rondra bemerkt, das er so überhaupt nichts von ihr hält und aus teilweise wirklich fragwürdigen Motivationen heraus handelt.

    Das hat das gemeine Volk und später auch viele Bronjaren, festumer Händler, Norbaden etc. aber zur Ansicht geführt: Ein Mann ohne Makel – Er weigert sich selbst in hoher Gefahr die göttliche Klinge mit bloßer Profanität zu beschmutzen!
    Und so einfach zu erkennen, wer rennst sonst mit 2 Zweihändern auf dem Rücken durch die Gegend – auch wenn ich keine Wappen kenne, das erkenn ich doch sofort!

    Die Meisterin meinte nach der Kampagne: Sein Weg zum Himmel ist halt gepflastert mit schlechten Intentionen.

  7. Ich denke hier könnte man sich einiges von DnD abgucken. Schon im ganz alten D&D war es so das Charaktere ab der 9. Stufe dann z.B. eine Burg o.ä. kriegen. Mit Haus/Stützpunkt muss man nicht mehr den Heckenpenner geben, man wartet auf Besuch/Briefe und lehnt auch mal Aufträge ab.

    Herrscher sind auch interessiert daran die berühmte Heldengruppe bei sich zu haben (auch aus Eigennutz, dann kostet der Auftrag nicht gleich immer 1000 Dukaten). Ein leerstehendes / ehemaliges verfluchtes Anwesen lässt sich finden.

    Mit Haus und Hof gibt es auch genug teure Ausgaben, der SL kann also auch ordentliche Belohnungen springen lassen, ohne das sich die SCs gleich ne Enduriummine kaufen können, was die Berühmtheit und das Hocharbeiten-Gefühl wieder mehr unterstützt.

    Mit Stützpunkt lernt man die lokalen NSCs besser kennen, hilft denen bei Kleinigkeiten und erlangt so eben auch die lokale Berühmtheit.

    Stichwort: lokal/global. Die berühmten Helden aus Thorwal, kennt in Al’Anfa kein Arsch.

    Entsprechende Abenteuer Einstiege gehen also noch ausserhalb der Homeregion. Geht aber auch zuhause, da man seinen lokalen Einfluß ja ausbauen will und dann so Sachen wie “ Stadtwache helfen“ einfach für Umme/Gefallen machen kann.

    Man kann die Homebase auch so ein bißchen Aufbaustrategie-Spiel mäßig spielen und dann noch sein Barbie-Haus einrichten (Magier baut Labor/Bibliothek, Zwerg baut sich seine Schmiede usw).
    Das funktioniert eigentlich sehr gut und Spieler sind da immer Feuer und Flamme und planen zwischen den Sitzungen die Inneneinrichtung usw.

    TLDR: lokal/für gewisse Kreise begrenzte Berühmtheit und eigener Stützpunkt

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