• Frosty says:

      Ali hat am Ende paar gute Dinger rausgehauen.

      Was der NMLs am Ende will, zeigt sich in meinen Augen richtig gut im Abenteuer Goldener Schein aus der Gareth-Box.
      Mein Lieblingsabenteuer, wo man am Ende nur noch aufdecken kann, was vor 400 bzw. 1000 Jahren alles so ablief und wie die Praioskirche unterwandert wurde.
      Brutal gutes Abenteuer, es gibt quasi keinen richtigen Bösewicht sondern nur noch Ohnmächtige Wut und am Ende vertrauen die Chars nicht mal mehr dem Boten des Lichts.
      Die werden mega paranoid.
      Da kommen gut die Unterschiede zwischen Borbarad, den Erzd und dem NMLs raus.

      Quanionsqueste hat auch die Moral zwischen Praios, NML und Blakharaz

        • von Lützow says:

          Spiele gerade mit meiner Runde ‚Goldener Schein‘. Der Kniff an der Sache ist, dass im Prinzip der Gründungsmythos des Neuen Reichs komplett auf den Kopf gestellt wird, und die Helden selbst die moralischen Grundfesten der Kaiserstadt und des Reichs erschüttern – sofern sie sich am Ende für die (schmerzhafte) Wahrheit entscheiden. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber am Ende denkt man z.B. anders über eine historische Schurkin wie Hela Horas.

          Darüber hinaus stimme ich Frosty zu, dass es sich um eines der besten DSA Abenteuer (oder besser Szenarien) handelt. Man hat als Meister sehr viel Arbeit, aber es lohnt sich.

  1. Kamakura says:

    Hi Leute, endlich habt ihr meinen Wunsch erfüllt. Toll, dass es nun endlich eine Folge zu dem Namenlosen gab. Fast alle Ideen, die ich mit dem NL verbinde, wurden von euch angesprochen.

    Was mir bei euren Folgen am Anfang immer ein bisschen fehlt, ist das Fact-Finding, also erst mal kurz zu erzählen, was es an Quellen gibt, und was diese besagen.

    So hättet ihr sicherlich noch viel aus der Historia Aventurica ziehen können. Die Idee, dass der NL als Einziger seit Anbeginn da ist, stimmt so zum Beispiel nicht. Und vom Nandurion gibt es einen super Text zu den Erzdämonen, den ihr hättet aufgreifen können.

    Ich finde, bei vielen Göttern, und vor allen Dingen beim NL muss zwischen den verschiedenen Perspektiven unterschieden werden, was ihr im Podcast ja auch macht.

    1) Was wissen wir gesichert über eine Gottheit? Was ist nur „Propaganda“ des Gottes selbst oder seiner Gegner?
    2) Was ist die Essenz der Gottheit? Was ist der Gottheit also spirituell „symphatisch“? Und inwiefern unterscheidet er sich dabei von anderen Göttern?
    3) Inwiefern hat sich diese Essenz im Laufe der Zeit geändert? Und was ist in diesem Zusammenhang nur momentanes Mittel zum Zweck?
    4) Was verspricht sich ein Anhänger? Was glaubt ein Anhänger? Wie werden Anhänger gewonnen?
    5) Wie würde eine Welt nach den Wünschen des Gottes aussehen? Warum kommt es nicht dazu? Was bedeutet es für ein Volk, sich dem Willen des NL zu verschreiben?

    Wie ihr im Podcast gut herausarbeitet, ist das Zielbild des Namenlosen ein sehr statisches Führerprinzip, mit ihm als vorausgewählten Führer. Im Gegensatz zur kollegialen Welt der Zwölfgötter und dem Sozialdarwinismus von Borbarad. Sein Wille ist das Prinzip, das heißt es gibt keine höhere Moral, wenn er möchte, dass innerhalb seiner Untergebenen der „Beste“ sich nach oben meuchelt, ist das ok, wenn er Ordnung in seinen Reihen möchte, ist das auch ok. Man könnte das Inkonsistenz nennen.

    Der Leitgedanke ist, dass eine Welt unter seiner straffen Führung eine bessere Welt für ihn, seine Anhänger und vielleicht auch andere sein würde.
    Vielleicht auch mit dem Twist: Das nur unter seiner Führung die Dämonen besiegt werden können.

    In der Historia steht ja, dass er im „Zwölferrat“ die Macht ergreifen wollte, indem er die dritte Sphäre von dem Einfluss der fünten Sphäre „shielded“ um dann in der dritten Sphäre selbst nach Lust und Laune walten zu können. Das haben die anderen Götter entdeckt und es kam zum Krieg

    Egoismus, Verrat … sind Wesenszüge von ihm, die sich über das Karma sicherlich auch an die Anhänger übertragen, aber nicht unbedingt solche, die er bei seinen Anhängern sehen möchte, jedenfalls nicht mehr als blinden Gehorsam.

    Grausamkeit usw … sind, wie Sigi sagte, wahrscheinlich einfach nur ein Mittel zum Zweck, wobei man sich die Frage stellen kann, ob solche Mittel und die Gefangenschaft, usw … nicht auch nachhaltig einen Charakter verändern.

  2. Kamakura says:

    Was die Anhänger und den Plan zur Machtergreifung angeht, wäre ich weniger esoterisch unterwegs, als ihr, die ihr ja das 13. Zeitalter ins Spiel bringt. Ein NL-Anhänger, der nicht nur auf Rache und Zerstörung aus ist, möchte am liebsten noch zu seiner Zeit sehen, dass der NL triumphiert.

    Und wie ihr schon gesagt habt, der Namenlose kann den Anhängern wirklich alles erzählen.

    Vielleicht ist es auch ein König, der mit so nervigen Dingen wie einer „Verfassung“ zu tun hat, und einfach die Macht für sich haben möchte. Oder die Macht zurückgewinnen möchte. (Es gab da eine Botenabenteuer, in der der König von Mirham wohl versuchte mit der Hilfe des Namenlosen die Macht gegen AlAnfa zurück zu gewinnen.)

    Übrigens: Pardona wurde doch zwangsweise zur Anhängerin des NL, weil er sie nach einer misslungenen Verschwörung aus der Niederhölle befreit hat.

    Aus der Setting Perspektive von DSA stören mich 2 Dinge:
    – Namenlose als der ewige Loser: Wenn es irgendwo den NL gelänge, offiziel die Macht zu ergreifen, würde von den Göttern sofort draufgehauen werden. Von daher braucht es eine Strategie, alles so zu unterwandern, und unterhöhlen, das es den 12Geweihten nicht auffällt. Beziehungsweise, sie müssten abgelenkt sein (Mir fehlt hier irgendwo der Masterplan.)
    – Namenlose Weihe = sofortige Verdammnis. Ist irgendwie zu billig. Um den Deal wirklich so attraktiv zu machen, dass er potentiell für jeden zur Versuchung werden kann, muss er attraktiver sein.

    Was die Sache angeht: Völker verraten: Gute Frage: Die NL-Völker haben halt immer verloren.

    Was die Ordnung des NL angeht. Es gibt die Dreydal, die sind aber wahrscheinlich auch nur eine Überspitzung. Das ganze führt zu Punkt 6, den ich oben vergessen hatte.

    6) Nach Beantwortung der ganzen oberen Fragen, hat man ein Konzept, das man selbst spannend findet und spielbar ist?

    Übrigens, den Verweis auf Chronos fand ich super. Passt meiner Meinung nach besser als Melkor, die Schatten (Babylon 5), Faschismus, …

    Übrigens: Im Nandurion gibt es auch ein geiles Dokument mit Archetypischen Anhängern des NL.

    Vielleicht könnt ihr ja noch eine zweite Folge machen und die Infos verarbeiten.
    Und vielleicht mal ein anderes Abenteuer spielen als die Borbaradkampagne. Es wird langsam langweilig immer vom selben Abenteuer zu hören 😉

    Zum Abschluss: Vielen vielen Dank für den spannenden Podcast. Einen konkreten Gott, Land, .. zu besprechen finde ich viel interessanter, als die Metadiskussionen, die ihr gerne führt.

  3. Ackerknecht says:

    Ich fand es auch immer schwierig, den Namenlosen von Borbaradianern und Paktierern zu unterscheiden. Bis ich mich irgendwann in DnD eingelesen habe, wo es mit Devils, Demons, Daemons, Abyssals, Infernals usw. ganz ähnliche Probleme gibt. Ich stelle mir das jetzt so vor:

    Der Anhänger des Namenlosen: „Die Welt gibt mir nicht den Platz, der mir zusteht. Wir zerschlagen die alte Ordnung und errichten eine neue Ordnung, in der jeder das bekommt, was er verdient.“
    In DnD wäre das rechtschaffen böse.

    Der klassische Borbaradianer: „Der Kosmos verweigert mir die Magie. Ich nehme nur das, was mir zusteht – nicht mehr und nicht weniger.“
    In DnD Maßstäben also neutral böse.

    Der Paktierer (oder moderne Borbaradianer): „Die Welt verweigert mir, was mir zusteht. Die Dämonen geben es mir. Dann soll die Welt eben brennen!“
    Als DnD Gesinnung ist das chaotisch böse.

    Diese Systematik ist vielleicht nicht 100% Kanon, ich kann damit ganz gut arbeiten.

  4. Kamakura says:

    @Ackerknecht. Diese Einteilung erscheint mir ziemlich sinnvoll.
    Wobei unter den Namenlosen Anhängern ja auch einige Verblendete sind (der NL hat der Person Lügen erzählt, so dass die Person nun glaubt, der NL interessiert sich für ihr Problem, dass ihm aber eigentlich vollkommen egal ist). Und auch genug Destruktive, die halt zufällig beim Namenlosen und nicht bei den Erzdämonen gelandet sind.
    Davon Abgesehen sind die Erzdämonen sehr viel spezialisierter.

    Wie sich der NL in der Ideologie von Blakharaz unterscheidet wäre auch interessant besser zu verstehen.

    • Ackerknecht says:

      Zum Unterschied Blakharaz und Namenloser: Ich schau mir mal den bekanntesten BLK-Paktierer Galotta an. Dieser wollte sich selber zum Gottkaiser ernennen, dafür hat ihm BLK die Werkzeuge gegeben. Was Galotta damit gemacht hat, war BLK egal, solange fleißig Nayrakis in Form von Seelen überwiesen wurde. Der Namenlose hat aber eigene Pläne für die neue Weltordnung.
      Ich glaube, der Namenlose spricht die Schurken an, die sich gern an den stärksten Schläger auf dem Schulhof dranhängen wollen. Blakharaz verkauft dir nur einen Schlagring. Der stärkste Schulhofschläger musst Du dann schon selber werden. Aber ja, die Übergänge sind fließend…

  5. Ackerknecht says:

    Zur Borbarad Kampagne: Ich finde es auch immer etwas albern, eine 20 Jahre alte Geschichte nicht spoilern zu wollen, zumal die Abenteuer größtenteils in der aventurischen Öffentlichkeit stattgefunden haben. Aber wenn es nun noch aktiv bespielt wird…

    Nachdem das gesagt ist, noch zum Thema „Kann der Namenlose Borbarad versuchen?“
    Es gibt eine fast genauso alte Kampagne (die allerdings im Geheimen spielt), in der der Namenlose versucht, ein deutlich, deutlich mächtigeres Wesen als Borbarad zu korrumpieren. Dagegen sind seine Pläne in der G7 Kampagne vergleichsweise handzahm.

  6. Saren says:

    Endlich der Namenlose lang drauf gewartet
    Ich finde interessant, dass ihr meint eine Gottheit muss klare moralische Richtlinien vorgeben. In einem Pantheon mit klaren Zuständigkeiten geht das vielleicht. Aber sehen wir uns doch nur mal die drei großen monotheistischen Weltreligionen an. Insb. Im Mittelalter scheinen sie sich hauptsächlich darauf zu beschränken, genau den eigenen Gott zu verehren und keinen anderen und spezifische religiös motivierte Enthaltsamkeit (christen kein fleisch in der Fastenzeit, Muslime kein Schweinefleisch etc.). Abgesehen davon soll man halt ehrlich sein, seinen Platz in der Weltordnung akzeptieren und Bedürftigen helfen. Gleichzeitig sind aber Doppelmoral und brutale Kriege durchaus üblich gewesen.
    Ich bin selbst Christ und könnte jetzt nicht sagen worin sich die Moral eines Christen von der anderer Religionen abgrenzt (ganz abgesehen davon dass es in jeder Religion haufenweise Subkirchen gibt). Und wahrscheinlich könnte ich mich schon mit einem CSU-Politiker nicht darauf einigen was „christliche Werte“ sind bzw. wie man sie auszuleben hätte.
    Allgemein scheinen in der Fiktion Pantheons sehr klar darin zu sein was die jeweiligen Götter können und wollen während das bei fiktiven monotheistischen Religionen die oft an die katholische Kirche angelegt zu sein scheinen deutlich schwieriger ist.

  7. Pierrre says:

    Hallo,

    Ich möchte euch dafür danken, dass ihr den Podcast bis heute durchzieht. Ich finde es immer wieder erheiternd und bereichernd eure vielseitigen und fundierten Ansichten zu hören. Ebenfalls schätze ich, dass ihr so wie ich das sehe die Aussagen aus den Regelbüchern nicht als ehernes Gesetz sondern als Anreiz für eine Spielwelt betrachtet und bei Gelegenheit auch „Regelwidrige“ aber eben logisch für Aventurien sinnvolle Konzepte in Betracht zieht.

    Eine Sache die zwar weniger mit DSA zu tun hat, die mich aber schon seit Ewigkeiten interessiert(Falls ich so etwas hier fragen darf): ist es eigentlich Zufall, dass ein W20 hinter den Musikern beim Neo Magazin schwebt oder hattest du Florentin da deine Finger im Spiel?

    Macht weiter so!
    Pierrre

  8. von Lützow says:

    Vielen Dank für das interessante Thema – habe den Podcast verschlungen. Mein Wunschthema für zukünftige Podcasts, das mMn. geradezu zum Hypothesieren einlädt: Der Sternenfall.

  9. Matze says:

    Hallo,

    Super Podkast

    SPOILER:
    In dem Abenteuer „Die Offenbarung des Himmels“ trifft man in einem Dorf auf eine kleine Gruppe von Namenlosenanhängern. Ein Stück eines schwarzen Auges geht in diesem Dorf nieder. Ohne mehr sagen zu wollen, spielt das Abenteuer doch mal, vllt gibt es genug Stoff für eine 2. Episode über den namenlosen.

  10. Jim says:

    Also ich finde, dass man den Namenlosen nicht als böse abstempeln kann. Klar ist er von der 12-göttlichen Position aus der Gegenspieler und das Böse ,aber nach dem Motto wer böses tut ist böse trifft nicht auf den NL zu. Es gibt ja genug „böse“ Taten in der 12 Götter Kirche bspw. mal nur die radikalen Bannstrahler oder die Theaterritter und gerade solche Sachen deckt der Namenlose auf bzw. darauf bezieht er sich um den Menschen zu zeigen Sie sind flasch und weder gut noch recht. Sie haben sich gegen ihn aufgelehnt, ihn verraten und weggesperrt. Warum folgen Menschen monotheistischen Göttern, na weil der der einzig Wahre, der Beste und Mächstigte Gott ist. Er wurde um seine Position betrogen und fordert diese zurück. Natürlich kann man jetzt sagen Menschenopfer sind böse aber es gibt ja auch genug Parallelen dazu in unserer Welt, das kann auch als große Ehre aufgenommen werden. So wie ich das interpretiere landen diese Seelen nicht wie bei den Dämonen in der ewigen Verdammnis sonder im Paradies des NL. Zum Thema der Selbsverstümmelung sehe ich das lieber so, dass der NL niemals von seinen Anhängern verlangen würde schlag dir mal die Hand ab sonst dreh ich den Hahn zu, vielmehr machen Sie es aus Verbundenheit zu ihm. Durch die Selbsverstümmelung des NL opfert er etwas von sich um seinen Kinder auf Dere zu helfen und ihnen beizustehen. Das zeigt nur seine unendliche Liebe zu seinen Anhängern. Er beißt sich selbst die Zunge ab, entfernt sein Auge reißt sich sein Gesicht heraus nur um seine Leute zu stärken. Wann haben die 12 Götter ein vergleichbares Opfer für die Bevölkerung erbracht. Und da setzten die NL-Geweihten an und sagen aus Solidarität, um meinem Gott näher zu sein um sein Leid zu teilen machen wir es ihm nach. Aber natürlich gibt es auch Fehlgeleitete und diejenigen die nur auf eigene Macht aus sind, auch Geweihte die von sich denken sie sind die Propheten und werden eigenständig das 13. Zeitalter einleiten. Meiner Ansicht nach sind das aber nur die Ausnahmen und der gößte Teil der Anhängerschaft ist eben in geheimen Untergrundverbindungen eingebettet wo Sie lediglich versuchen ihre Anzahl zu erhöhen und die „einzige“ bzw. „richtige“ Wahrheit verbreiten und darauf warten dass das 13. Zeitalter eingeleitet wird um sich zu erheben. Keineswegs soll die ganze Schöpfung zerstört werden, wie es die Dämonen wollen, sondern er will der 12-göttlichen-Ordnung ein Ende machen. Wie dann seine Weltordnung aussieht kann man nicht sagen, aber wenn man seinen Geweihten zuhört werden die bestimmt sagen dass das gut und gerecht wird und nach unseren Normen nicht unmenschlich oder böse, aber eben anders… besser.

    Es ist natürlich einfach alles ein riesen Propaganda spiel und es gibt kein böse& gut, richtig & falsch, Wahrheit & Lüge. Die Zwölfe haben genau so dunkele, hasserfüllte Seiten wie sie es dem NL zuschreiben, aber nur weil sie das Eine odere Andere behaupten ist das eben die Wahrheit und das Gleiche gilt beim Namenlosen.

  11. Alrik says:

    Tolle Folge – das hat mir wirklich geholfen den Namenlosen und seine Anhänger in Abgrenzung zu Dämonen besser zu verstehen.
    Ach ja eine Folge über die Planung und die Fallstricke von Kampgnen wäre für mich sehr interessant.