1. Joachim says:

    Erneut eine schöne Folge!

    Bei Aves steht ja das Entdecken und der sichere Weg ziemlich zentral. Ich hatte das bei einem Abenteuer dann so gehandhabt, dass es auch in kleinen Dörfern, die an einem unwegsamen Weg liegen, Avesschreine gibt. Die werden dann jeweils in einer festen Rotation von unterschiedlichen Geweihten behütet. Diese halten beispielsweise Schutzsegen aufrecht oder sorgen dafür, dass Reisende sich nicht im angrenzenden Sumpf verlaufen.

    Solche Aufgaben werden zwar normalerweise von NSCs ausgeführt, eignen sich aber durchaus auch als kleine Abenteuer. Aber da wird es dann schon sehr nischig.

    Apropos Nische und apropos Avespfade, wie wäre es denn mal mit einer Folge über die dampfenden Dschungel oder die weiten des Meeres der sieben Winde?

  2. Ackerknecht says:

    Danke für die tolle Folge, ich habe sehr gelacht. Wie schwer Aves zu fassen ist, merke ich daran, dass ich zu dieser Folge überhaupt nichts in Richtung „Hättet Ihr mal Quellenbuch XY gelesen, dann wüsstet Ihr Bescheid“ schreiben kann.

    Sehr faszinierend finde ich, dass Ihr den Gott nur aus der Hintergrundwelt heraus beschreibt. Aves ist meiner Meinung nach ein reines Produkt des Weltendesigns, wie auch Phex.
    Die Leitfrage bei Phex ist: Wie kann man einen Dieb (einen klassischen Archetypen der Fantasy) spielen, ohne dass ihm nach 2 Tagen die Hände abgehackt werden? Antwort: Es gibt einen Gott der Diebe, solange man dessen Moralkodex befolgt ist man sicher.
    Analog dazu Aves: Wieso sollte die Gesellschaft eine Truppe heimatloser Rumtreiber akzeptieren? Weil es einen Gott des heimatlosen Herumtreibens gibt. Es ist ein Gott der Abenteurer für simulationistische Spieler/innen, die eine in-game Begründung für das Abenteurerleben brauchen.

  3. FRAZ says:

    Sehr unterhaltsam. Vielen Dank dafür!
    In der sehr träge dahin dumpelnde Serie „Seelenhirten“ befasse ich mich auch damit, wie einige Kirchen im aventurischen Alltag funktionieren.
    Für Aves habe ich einen brillantzwergischen Wandwerksgesellen als Aves-Geweihten eingeplant. Der zieht durch die Gegend, mal allein, meist in Begleitung andere Reisender, verdingt sich als Tagelöhner, lernt alle möglichen Handwerke und flörtet schamlos mit jeder Frau, die es zulässt.
    Ich freue mich schon darauf das Konzept mit Leben zu füllen.

  4. Blitzklickbob says:

    Vielen Dank für diese wunderbare Folge aus der Reihe „kenne mer net, wolle mer net, fott damet“ 😀
    Ich merke also für Phillipp verhält sich Aves zu Göttern wie Hexen zu Magiern.
    Es ergibt ja durchaus Sinn, wenn man sich unter einzelnen Aspekten oder Professionen des Spiels nicht genug Motivation vorstellen kann um etwas daraus zu machen, dafür gibt es ja genug andere Dinge, die einem mehr liegen. Daraus zu schließen es würde keine Tiefe oder Spielbarkeit geben ist aber rein subjektiv. Gerade mit Hinblick auf die Spiritualität bietet Aves nicht weniger als andere Götter und ist wie andere Götter auch nicht auf „die einzig wahre Art“ ins Spiel einzubinden. Ein Beispiel:
    Hammar Smiet ist ein Ingerimmgeweihter. Er nimmt in seinem kleinen Ort die Aufgabe wahr, die notwendigen Werkzeuge herzustellen und zu reparieren. Wenn er schmiedet fühlt er die Hitze auf seiner Haut, hört das knistern der Glut und sieht in besonderer Weise Bilder im Flug der Funken. In diesen Momenten fühlt er sich seinem Gott nahe. Das ist seine Form der Spiritualität. Irgendwann wird er nicht mehr in der Lage sein selbst den Hammer zu schwingen. Zu dieser Zeit wird er sein erworbenes Wissen an andere weitergeben und sich dadurch in Kontakt zu seinem Gott halten.

    Lila Launebär ist eine Avesgeweihte. Sie nimmt in vielen kleinen Orten die Aufgabe der fahrenden Händlerin wahr, die notwendige Dinge besorgt, die im Dorf nicht hergestellt werden können. Sie reist von Ort zu Ort, besucht dabei niemals den selben zweimal. Sie feilscht nicht um jeden Heller, ihr geht es um das Erlebnis. Auf ihren reisen spürt sie den Regen auf ihrer Haut, lauscht dem Pfeifen des Windes in dem Baumwipfeln und nimmt jede Begegnung mit Menschen und Tieren, Bergen und Flüssen in besonderer Weise wahr. In diesen Momenten fühlt sie sich ihrem Gott nahe. Das ist ihre Form der Spiritualität. Irgendwann wird sie nicht mehr in der Lage sein selbst auf Reisen zu gehen. Zu dieser Zeit wird sie ihr erworbenes Wissen an andere weitergeben und Geschichten von ihren Abenteuern erzählen und sich dadurch in Kontakt zu ihrem Gott halten.

    Das sind zwei Möglichkeiten davon wie Geweihte ihrem Gott nahe sein können, ohne das dies alle denkbaren und akzeptablen Arten wären. Beide Varianten haben etwas mit subjektiver Wahrnehmung zu tun.Dazu ein weiteres Beispiel:
    Wilma Rainhaun ist eine Geweihte des Namenlosen. Sie nimmt in ihrem kleinen Kult die Aufgabe wahr die notwendigen Werkzeuge herzustellen und zu reparieren. Wenn sie schmiedet fühlt sie Ärger darüber mit dieser nervigen Aufgabe betraut worden zu sein. Sie schwitzt, stinkt und am Abend hat sie immer Muskelkater. Ingerimm geht ihr mal sowas von am A***h vorbei. Da ist nicht die geringste Spur von Spiritualität. Irgendwann wird sie nicht mehr in der Lage sein selbst den Hammer zu schwingen. Zu dieser Zeit wird sie froh sein den Mist los zu sein.

    Lasse Bluten ist ein Gweihter des Namenlosen. Er zieht Mordend und Brandschatzend durch viele kleine Orte und besorgt Dinge, die er gerne hätte. Er reist von Ort zu Ort, besucht dabei niemals den selben zweimal. Er feilscht nicht um jeden Heller, er nimmt alles was da ist. Auf seinen reisen beschwert er sich über Regen und Sturm, hält ihn das alles doch nur auf. In diesen Momenten geht Aves ihm am A***h vorbei. Da ist nicht die geringste Spur von Spiritualität. Irgendwann wird er nicht mehr in der Lage sein selbst auf Reisen zu gehen. Zu dieser Zeit wird er sich auf seiner Beute ausruhen oder nicht mehr am Leben sein.

    Die hier gewählten Beispiele von Handwerk und Reise lassen sich beliebig auch auf andere Aspekte sämtlicher Götter übertragen. Wer seinen Gott in dem sucht was er tut, der wird ihn dort finden. Wer ihn nicht sucht, der wird ihn nicht finden, egal wie langer er daran Arbeitet.

  5. Tavados says:

    Hey, vorab: ich finde die Folge wie immer sehr informativ und hilfreich für den eigenen Spieltisch. Bitte setzt den Podcast regelmäßiger fort. Selbst wenn ihr nicht jeden Fluff jedem Thema gelesen habt, habt ihr dennoch sehr nachvollziehbare Ansichten zu den Dingen, die entweder den eigenen Kenntnisstand ausbauen, oder sogar die Ansicht zu einem Thema ändern können.

    Als Kritik habe ich hingegen, dass Philip gerade in den letzten 2-3 Folgen den Themen wirklich sehr kritisch gegenübersteht und die Konservationen oft nur noch daraus bestimmen, dass Philip etwas „nicht versteht“, „nicht erkennt“, „nicht nachvollziehbar“ findet, „nicht sieht wo das sinnvoll ist“ usw. und Florentin dann alleine damit steht, das Thema zu ergründen. Ein Stück weit ist diese Rollen-einnahme von „Hinterfrager“ und „Beantworter“ auch sicherlich sinnvoll, aber jetzt bestanden die letzten Folgen fast nur noch daraus und der kontinuerliche Fluss an Unzufriedenheit der von Philip durch diese Fragen ausgeht stört, wie ich finde, die inhaltlich sinnvolle Auseinandersetzung mit dem Thema und verströmt einen Druck auf Florentin, der fast schon in die Abwehrhaltung gehen muss und quasi die – um zur aktuellen Folge zu kommen – Existenz von Aves verteidigen und rechtfertigen muss, was wohl eigentlich nur ein kleiner Teil der Folge sein soll(te) und nicht Hauptbestandteil der Folge.

    Ihr macht das aber insgesamt super und ich bin jedes mal froh, wenn ein neue Folge kommt, die ich in mich aufzehren kann.

    Gruß,
    Tavados

  6. Rothfell says:

    Moin!
    In eurer Götterreihe und auch generell beschäftigt ihr euch ja, neben den Fragen zum DSA-Hintergrund, auch immer mit dem Thema Dramaturgie. Wie passt der Gott in eine Geschichte? welche Funktion kann eine Geweihte einnehmen? etc.
    Da ich gerade ein Horrorsetting als Spieler erlebe, das, wie ich finde, super in die Spielwelt passt, und der Meister auch prima umsetzt, würde mich interessieren, ob ihr Erfahrungen oder Meinungen zu diesem Genre habt. Generell denke ich, dass es spannend sein könnte, zu besprechen, wie man welche Genres und Settings im Rollenspiel umsetzen kann, welche Möglichkeiten speziell DSA einigen Genres bietet, und ob bestimmte Genres vielleicht gar nicht in die Spielwelt passen. Ich denke mit dem gleichen Ansatz, mit dem ihr auch die Götter besprecht, kann man sich auch verschiedenen Settings (Horror, Action, Drama, Romanze und was ist nicht noch alles geben kann) zuwenden, und mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren.

  7. Der, der alte Folgen gerade nochmal hört. says:

    Vor 3,5 Jahren im Ingerimm-Podcast, als die Frage aufkam „machen wir mit den Halbgöttern weiter?“
    „OCH NEEEE Ich red nicht über AVES!! Da hab ich keinen Bock drauf! Das ist einfach so „joaa Reise, cool….“
    -Florentin

  8. DerEnthüller says:

    Aves ist ein wissenschaftlich anerkanntes Persönlichkeitsmerkmal, genannt Sensation Seeking. „Sensation Seeking beschreibt ein mehrdimensionales, relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal, das durch die Verhaltenstendenz charakterisiert ist, abwechslungsreiche, neue, komplexe und intensive Eindrücke (sensation engl. = ‚Sinneseindruck, Empfindung‘), Erlebnisse und Erfahrungen zu machen und Situationen aufzusuchen und hierfür oft (aber nicht notwendigerweise) physische, psychische oder soziale Herausforderungen oder Risiken auf sich zu nehmen.“

    Wer Aves spielen möchte, sollte zuvor den SSS-V Test von Zuckermann machen. Aber Achtung! Inzwischen liegt ein weiterentwickelter Test von Marcus Roth vor, der AISS. Der Vorteil ist, dass dieser Test nicht wie der SSS-V Handlungen abfragt, sondern die Suche nach Erlebenszuständen, wodurch er zeit- und kulturunabhängiger wird.

    Ca. 20% der Menschen sind Sensational Seeker, die restlichen 80% mögen eher wiederkehrende Routinen. Das halten Sensational Seeker nicht aus. Wie Aves wollen sie immer Neues und suchen den Kick. Es gibt keine realistischere Gottes-Repräsentation als Aves. Also bitte weniger dissen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 🙂

  9. Advocatus diaboli says:

    Ein ganzer Podcast über Aves und nie wird erwähnt, dass Aves (ingame) Namensgeber für Aventurien ist? Ich bin enttäuscht!
    Ich finde Aves super. Meine Belhankaer Bewegungsmagierin verehrt Aves. Sie ist Kartographin. Ich würde ihr gerne die Spätweihe Aves verpassen, sollte sie je genug AP dafür haben.
    Ich verstehe nicht, warum Philipp Aves nicht versteht. Es gibt so viele echte Menschen, die nach Aves Idealen leben – viel mehr als zu den meisten der Zwölfe.