1. Irmel says:

    Ich wünsche mir Folgen wie früher, nur mit Philipp und Florentin, wie ihr die Merkmalskenntnisse besprochen habt. Die Magiergilden, die Götterreihe, das waren Folgen, die man sich mehrfach anhören konnte. Da passt die Chemie einfach perfekt. Jetzt treten häufig Cringe-Momente und awkward moments auf, die bei den Duo-Folgen nicht passiert sind. Die Gäste sind zwar nett, aber dabei geht viel Chemie kaputt.

    Siggi, Sabine, Ali et al. haben sicher einiges zu sagen, bleiben aber auch nur Gäste, die man nicht immer dabei haben muss. Ich sehne mich nach den verbleibenden Merkmalskenntnissen. Auf meiner Wunschliste stehen ebenfalls die Regionen Aventuriens.

    Das ist nicht böse gegenüber euren Gästen gemeint. Die Qualität des Podcasts ist nur eine ganz andere. Die alten Folgen höre ich mir nach wie vor häufig an.

  2. Ackerknecht says:

    Interessant fand ich Eure Einschätzungen bezüglich der Gruppengröße. Meine Online-Erfahrungen als Spielleitung sehen so aus:
    „1 SL, 1 Spieler*in“: Habe ich einmal IRL ausprobiert und kein Verlangen, das zu wiederholen, weder on- noch offline. Sorry, leider nicht meine Tasse Tee.
    „1 SL, 2 Spieler*innen“: Finde ich als SL mega anstrengend. Während Spieler 1 seine Szene mit dem Meister hat, kann sich Spielerin 2 in dieser Pause auf ihren Einsatz vorbereiten. Das Spiel ist sehr dynamisch und fokussiert, aber als SL kommt man kaum zum durchatmen.
    „1 SL, 3 Spieler*innen“: Finde ich ideal. Die Spieler beschäftigen sich auch mal miteinander (selbst wenn es OT Blödsinn ist) und die Spielleiterin hat Gelegenheit zum durchschauen und überlegen, wie es weitergehen kann.
    „1 SL, 4 Spieler*innen“: Ab jetzt funktioniert es nicht mehr. Die vierte Spielerin kriegt zu wenig Screentime und fühlt sich unterfordert, die OT Blödeleien nehmen überhand, der Spielfluss versiegt.

    Fazit: So gern ich Rollenspiel mag, online fühle ich bei 2 oder mehr als 4 Personen mit einem Brettspiel (oder einem regulären PC Spiel) wohler.

  3. Reiner says:

    Hi,
    ich habe zwei Onlinesitzungen mit zwei verschiedenen Gruppen gehabt (eine online-rollenspiel-Newbies und eine Veteranengruppe).
    Als neuer Spieler ist man komplett überfordert. Wir hatten nur Roll20 ohne Bezahlinhalte und Disord; und dennoch war es für den Meister schon überfordernd und für die Spieler schwer zu folgen. Plus: Hintergrundgeräusche (Kinder, Nachbarn, Straßenverkehr [und Nebenbeschäftigungen]). Und mit der Veteranengruppe verkommt es manchmal zu einem Hörspiel und man muss aufpassen nicht wegzudämmern oder ‚abgehängt‘ zu werden. Die Veteranen hatten auch vier Programme parallel mit Bezahlinhalten, was echt teuer war (Fantasy Grounds allein ca. 140 €). Der Meister wusste, was er tat – war aber auch Student und hatte genug Zeit sich einzuarbeiten und alles vorzubereiten.
    Es ist online viel zu beachten, von offline-Ablenkungen und technischen Problemen bis zu den unterscheidlichen Menschen. Ruhige Spieler werden oft überhört und bedächtige Spieler bremsen aus (nicht böse gemeint) (man weiß manchmal nicht, wann sie mir ihrem Part durch sind) – das Schweigen ist echt nervig.

    Offline ist es geselliger, konzentrierter und empatischer. Die Vorfreude zu einem Treffen zu fahren; das Überlegen, ob man alles dabei hat; die Frage nach dem Radiergummi oder Würfel und das gegenseitige Nachschenken; die Atmosphäre verzeiht mehr und kaschiert ‚Unzulänglichkeiten‘.
    Online MUSS der Meister die Programme nahezu perfekt handhaben; die Speieler bekommen zuviel Informationen, die sie ‚ja immer parat haben‘.

    Ich glaube, dass außer Musik keine Medien an den Spieltisch gehören (ich lass sogar mein Handy im Auto). Wie bei vielen Dingen entfremdet die Technik, sie entkoppelt Speieler und Spiel. Ich muss mir keine Regeln merken, kein Werte und keine Details; der Spielleiter muss alles bereit halten, er kann doch alles schnell nachschlagen; es gibt keine Diskussion, kein Handwedeln, kein Spielraum für ‚ach so wird das gerechnet‘ oder ‚ups, das wusste ich nicht‘. Bei DSA5 (ja, ich bin auch kein Freund davon) nutze ich den Selbstrechnenden Heldenbogen und rechne dennoch alles von Hand nach, drucke mir jedoch jedesmal bei Veränderungen einen neuen aus. (das macht mich nicht glücklich, aber ich hab das innere Bedürfnis dazu [weiß auch nicht warum])

    Zum Thema ‚heimlich Nachrichten schicken‘: dann wissen die anderen Spieler nicht, wann ein Held Infomrationen zurückhält (ein Brief, ein Bild oder nur ein Wort) und ob der Spieler ein Geheimnis hat oder der NPC. Das macht doch am Spieltisch den Reiz aus; Blicke interpretieren – Neugier auf den kleinen Zettel, den der Meister rüberschob – das wissende Nicken der beiden Zwerge gegen den Elfen…

    Und: Es gibt online keine Glückswürfel!!! Oder: ‚Der würfelt immer die niedrigen Zahlen‘ – ‚Nein, eine Zwanzig‘.

    Ich hoffe, dass ich meine Gedanken git zusammenfassen konnte,
    macht weiter so.

  4. Max Luthard says:

    Hey Leute,

    ich habe eure Folge eben zu Ende gehört und fand es sehr interessant, wie ihr über das online-spielen an sich gesprochen habt. Es war gut, dass ihr so viele verschiedene Sichtweisen eingenommen und auch unterschiedliche Spieler-, bzw. Meistertypen in eure Diskussion mit eingeschlossen habt. Die Folge kommt vielleicht etwas spät aber tut dem keinen Abbruch. Habt ihr schon Foundry kennengelernt? Das wäre vielleicht etwas für eure Gruppen, man kann dort von heftigem Simulationismus (uff) bis hin zu rein narrativem Spiel eigentlich alles modellieren. Würde da gerne eine Meinung zu hören!
    Macht weiter so! Freue mich immer wieder, von euch zu hören

  5. Timago says:

    Ich muss eine Lanze für foundry vtt brechen. Kann so ziemlich alles was andere vtts können, wird aktiv weiterentwickelt, Module für alles was man braucht und kein Abo Modell .
    Ich hab roll20, fantasy grounds, discord, map tool uvm. ausprobiert, aber foundry schlägt für mich einfach alles

  6. Matthias says:

    Ich sehe es ähnlich wie Phillip (ich glaube der war´s): Bodenpläne sind für mich ein Immersionskiller, sie führen unwillkürlich zu einer Abstraktion des Spiels hin zu einer taktischen Betrachtung aus Spielersicht, weg von einem diskriptiven Spiel, aus der Perspektive des Charakters. Der Charakter hat keinen Bodenplan, ich sag dem Spieler wann er dran ist und beschreibe ihm die Situation. Letztlch bewegt sich wohl das ganze Spiel zwischen diesen beiden Polen (Abstraktion und narrative Deskription), auch wir nutzen bei DSA natürlich abstrahierende Regeln. Auch Grundrisse und grobe Zeichnungen nutzen wir teils, um die Vorstellung zu synchronisieren ist das sicherlich effizient, aber wir schieben da keine Männchen rum. Ich kann aber nachvollziehen was daran gefällt.

    Ich denke auch, dass das Online-Spiel den Vorteil hat, dass man sich sehr auf das Kernspiel fokussiert, es kann nur einer reden, also hört man zu und diszipliniert sich, auch die üblichen Kahlauer und Zwischenkommentare werden aus dem Grund weit weniger rausgehauen, jede Unterbrechung wirkt einfach unhöflich und sorgt schnell für Durcheinander. Beide Spielweisen haben ihre Vor- und Nachteile, ich kann mir jetzt aber sehr gut vorstellen auch in Zukunft mal auf online zu wechseln, allein schon wegen des Fahrtweges eines Mitspielers.

    Die Folge war anfangs etwas stockend, aber dann recht kurzweilig, vielen Dank dafür!

  7. `Dennis says:

    Moin zusammen!
    Coronabedingt spiele ich nun seit ca. 2 Jahren mit Freunden eine D&D Kampagne Online über Discord, D&D Beyond und Tabletop Simulator. Vorher habe ich ausschließlich DSA in RL Runden gespielt und eine Frage, die ihr leider nicht beantwortet habt, geistert immer noch in meinem Kopf herum: Wie erstellt man sich online einen Charakter in DSA, wenn man nicht das Regelwerk zuhause hat? Auf D&D Beyond hat sich einfach einer den Zugang gekauft und die ganze Gruppe konnte sich Charaktrere bauen. Gibt es soetwas auch für DSA?