Nach langem Anlauf haben wir es uns auf einer zarten Blumenwiese zwischen feixenden Libellen gemütlich gemacht und widmen uns der Jungen Göttin Tsa. Zwischen Prenzlauer Berg Pädagogik und Gandhi hangelnd nähern wir uns der Frage, inwiefern ein radikaler Pazifismus sinnvoll umzusetzen ist, welchen Aufgaben der Tsa-Kirche zukommen, wo sie anderen Kirchen in die Quere kommt und letztlich, wie viel stinkender Hippie am Ende im Tsa-Weltbild zu finden ist.

  1. Zahib says:

    Hey!

    Ich mag eure Casts wirklich sehr gerne und hab mir eigentlich auch alle bisher angehört! Nur eine einzige Bitte hätte ich an euch: Da ich gerade auch erst mit der Borbi-Kampagne angefangen habe: Schreibt bitte entweder die Zeiten etwaiger Spoiler zum Cast, damit man das entsprechend überspringen kann oder noch lieber wäre es mir persönlich natürlich nicht jedesmal bei (~wie bei Borbi an der Stelle) dann erstmal wieder vorspulen zu müssen :).

    Keep it on!

  2. David says:

    Schöne Folge.

    Ergänzend würde ich zwei Punkte anmerken:

    Erstens,
    die vermeintliche Friedfertigkeit von Tsa relativiert sich enorm, wenn man sich ihren Kult bei den Echsen anschaut. Ich halte die Daoismus-Anleihen zum Thema Ewiges Leben/Langlebigkeit und steter Wandel/Weg/Dao im TSA-Kult für gut belegt.
    Die Sache mit der Gigantin der Astralkraft würde hier zu weit führen.

    Zweitens,
    die Spielbarkeit von Geweihten ist grundsätzlich wenig gegeben, wenn man eine Gruppe bewaffneter Landstreicher mit Hang zur Gewalt hat, vulgo „normale Heldengruppe“.
    Dieser Mangel resultiert aus Gewohnheiten von Spielern, die sich 1. in ihrer Pubertät befinden und 2. wenig Neigung und Interesse aufbringen in die Spielwelt einzutauchen.
    Das lässt sich von Meisterseite sehr schnell ausbremsen, indem Stadtwachen exekutiv unterwegs sind und das Auswürfeln einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit dem Risiko behaftet ist, dass der vermeintliche Held krepiert. Dann gibts auch schnell schöne Lerneffekte zu Gewalt und Konfliktlösung.

    Ich betone die Sache mit der Pubertät aus folgendem Grund: DSA gibt es mittlerweile seit langer Zeit. Viele der früheren SpielerInnen sind mit dem Spiel älter geworden und selbstredend interessiert und in der Lage erwachsene Charaktere zu spielen, also eben auch Helden, die in familiären Verpflichtungen stecken, Kinder haben usw. Auch das ist Teil des Rollenspiels, schließlich ist das Drumherum wesentlicher Teil von DSA und dem Charme des Spiels. Solche Helden stehen dann zwar immernoch vor der Aufgabe heldische Abendteuer zu bestehen, aber eben auch wieder nach Hause zu kommen, sind also weniger verzweifelte Todessucher, wie das die zweihänderschwingenden Junghelden, die wirklich jede noch so abwegige Geschichte mitmachen…
    Worauf ich hinaus will: was eine „normale“ Heldengruppe so ist, was heldenhaftes Verhalten ist, usw, ist längst nicht so eindeutig, wie das im Podcast regelmäßig anklingt und beobachterabhängig…

  3. malm says:

    habe 2 themenvorschläge zu nem podcastthema: wie wärs mal mit metaplot oder der auseinandersetzung mit einer endloskampagne (evtll) auch mit mehr als einer Heldengruppe. quasi ab einem gewissen zeitpunkt die geschichte mit verschiedenen helden erleben. falls euch die themen ausgehen könnt ihr da ja mal was zu machen wenn das für euch interessant ist. wir spielen zur zeit in einer solchen kampagne die mit dem schwarzen keiler (natürlich sehr stark abgewandelt ) begonnen hat und nun durch die anfangsabenteuer führt. dabei versuche ich möglichst viel metaplotrelevante geschichte mit einzuwursten und den dungeoncrall gering zu halten. eure gedanken zu so einem vorhaben würden mich da sehr interessieren.

  4. Goldauge says:

    Tsageweihte zu spielen ist schwierig, aber nicht unmöglich.
    Zur Gewaltfreiheit sollten sie auf jeden Fall stehen, denn ansonsten werden sie unglaubwürdig. Aber da, wie ihr bereits gesagt habt, Kämpfe in Abenteuer immer ein (möglicher) Bestandteil sind und andere Spieler Spaß dabei haben und auch haben wollen, muss der Tsa-Spieler sich in diesem Fall zurückhalten. Denn ansonsten würde er das Spiel der anderen zunichte machen. Trotzdem finde ich es gut, wenn dieser Konflikt in den ersten Sitzungen mit der Tsageweihten ausgespielt wird, aber wenn man es immer macht wird es öde und langweilig. Außerdem darf und sollte die Geweihte Alternativen suchen und Vorschlagen, denn diese können meist viel interessanter werden als der eigentliche Kampf, wenn die anderen Spieler aber kämpfen wollen soll sie das (vor allem OT) zulassen.

  5. Everon says:

    Ansich ist Tsa ja Teil der 12-Götter und damit ist es auch für einen Tsa-Geweihten so, dass Praios doch der Götterboss ist und Rondra ein genauso gültiger Weg ist. Daher wählt der Tsa-Geweihte und -Anhänger für sich einen anderen, aber muss daher auch akzeptieren, dass andere einen anderen Weg wählen, auch wenn man natürlich Tsa-gefälligen Einfluss nehmen wird, wenn es möglich ist.

    Ein Tsa-Geweihter als Streetworker hat eben ein anderes Profil in einer Heldengruppe als ein Krieger, wie auch ein Streuner oder Dieb oder auch Hexe auch nicht als Superkämpfer mitkämpfen, sondern versuchen durchzukommen, so versucht das auch ein Tsa-Anhänger mit Überreden und Rückzug. So hab ich den auch mal auf nem Larp erlebt. Die finden die Kneipe mit der richtigen Information und lösen unnötige Konflikte, das ist der Wert.

  6. DerEnthüller says:

    Eine realweltliche Entsprechung zu TSA wäre Ahimsa, der Weg der Nicht-Gewalt:

    Hier insbesondere der Jainismus. Der zeigt die Vielfalt der Auslegungen, so dass die Spielbarkeit für Tsa-Geweihte daran gemessen keine Probleme geben dürfte. Beispielsweise legen Anhänger viel Wert darauf, Insekten und Pflanzen nicht zu verletzen, sehen Gewalt für die Selbstverteidigung aber als legitim an, ja sogar ein Soldat, der im Kampf Feinde tötet, geht in Ordnung. Die Anhänger hielten sich sogar eigenes Militär zum Schutze.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa