DSA05 Vor- und Nachteile
April 30, 2012 in Aktuelle Folgen
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Von GP-Stopfen bis zur Persönlichkeitsstörung bieten Vor- und Nachteile ein wichtiges Instrument zur Charaktergestaltung. Wir versuchen uns an einer ausgiebigen Analyse der Mechanik und Möglichkeiten, erzählen von überladenen Charakterwracks, positiven/negativen Beispielen des Ausspielens dieser Besonderheiten und überlegen, was einen guten Charakter wirklich ausmacht.















Eine sehr gute Folge, und das Thema liegt mir besonders am Herzen, denn aus all den genannten Gründen verbindet mich eine absolute Hassliebe mit Vor/Nachteilsystemen, besonders mit den Schlechten Eigenschaften bei DSA.
Ein bisschen problematisch von Seiten des DSA-Systems finde ich die automatisch vergebenen Vor- und Nachteile, was extrem das Denken anleiert, dass man hingeht, und einfach alle Vor/Nachteile einsammeln will, die irgendwie spontan passend klingen, was dann ja eher in Freakshow ausufert. (die Stereotypisierung durch empfohlene oder ungeeignete Vor/Nachteile ist okay, besonders für Anfänger oder Settingfremde, um die gemeinsame Vorstellung für einen archetypischen Vertreter einer Profession für alle am Tisch zu normen.)
Ich glaube ein bisschen irreführend ist manchmal auch einfach der Name bestimmter Bausteine. “Neugier” ist eine Schlechte Eigenschaft, die gerne genommen wird, weil sie vergleichsweise “harmlos” klingt und jeder sich denkt “ach ja, so ein bisschen Neugier kann nicht schaden”, aber ich denke, das ist wirklich – wie ihr bei der Goldgier ansprecht – missverstanden, da Neugier bei DSA wohl wirklich oft eher im Sinne von “zwanghafter Forschungsdrang” ausgelegt werden kann, wie beispielsweise Magier immer Neugier mitbringen, die reflektiert, dass diese Leute dazu gepolt sind, die Natur der Welt umzudrehen und eventuell manchmal sogar so weit gehen, dabei Dinge wie die “Magierphilosophie” aufzustellen, die jeden Praiosgläubigen auf die Palme bringt.
Genau wie “Goldgier” wirklich nur dann als Eigenschaft wirklich interessant ist, wenn jemand, der sehr goldgierig ist, vielleicht sogar so weit gehen würde, seine Kollegen in der Gruft einzuschließen und sich alleine mit dem goldenen Idol aus dem Staub zu machen, um den Gewinn nicht teilen zu müssen. (Das würde sicher in der Praxis für eine Spielgruppe deutlich zu weit gehen, weshalb dieser Fall nicht wirklich eintreten sollte, aber die Versuchung dieser Art in einem Nachteil zu sehen ist vielleicht besser, als einfach nur ein, äh, “generelles Interesse an Geld” daraus abzulesen, heh.)
Zumindest hab ich die beiden immer auf dem Kieker, da es einfach in der Natur von Spielern liegt, selbst neugierig und/oder auf Geld aus zu sein, weswegen viele Leute diese Eigenschaften aus dem Impuls her nehmen, anstatt darin wirklich eine Form von “Laster” oder “Problem” zu sehen, das der Held hat.
Insofern schließe ich mich an; Weniger ist mehr, und Nachteile oder Vorteile sollten wirklich prägend sein, und besonders die teuren Brecher im Sortiment sind interessant, wenn man eine billige Profession spielt, deren Superpower dann eben nicht Magie oder Zweihänder+Plattenpanzer+Hammerschlag sind, sondern Eidetisches Gedächtnis, hehe.
Da bleibt mir nicht mehr viel über zu sagen, vor allem, weil der Podcast selbst Antwort genug ist…
Aber dennoch noch ein, zwei kleine Anmerkungen:
Deiner Skepsis gegenüber der automatischen Vor- und Nachteile schließe ich mich gerne an. Ich habe vor kurzem eine Ambosszwergin gebaut, bei der ich (erst seit neuem) gezwungen bin Meeresangst (und ich meine sogar Platzangst?!) zu nehmen. Keine wirklich schöne Einschränkung, vor allem, weil ich mir definitiv den einen oder anderen Zwerg vorstellen kann, der halt nun mal nicht Angst vor Wasser hat…
Ich würde mich auch lieber auf die Empfehlung von Eigenheiten beschränken und nur sehr wenige automatisch vergeben.
Und wenn ein Spieler auf mich zukommt, der sich beschwert, dass sein Held Arroganz bekommen muss, obwohl er doch ein so anderes Konzept hat, dann werde ich der letzte sein, der “Das darfst du aber nicht!” schreit.
- Vorurteile gegen Riesen – wer macht denn sowas? ^^
Das ist i.ü. ein wunderbares Beispiel für einen Nachteil der nur genommen wurde um fehlende GP auszugleichen!
- Es stimmt, billige Professionen machen deutlich mehr Spaß , der Charakter mit dem ich am meisten Spaß hatte war mein Streuner: Roman “der ünglaublisché”
- Das Kredit-System ist cool, vielleicht kann man das so beschränken, dass damit nur bestimmte Vorteile gekauft werden können?
z.B. welche die nur regeltechnische Auswirkungen haben. Philipp meinte ja, dass sich der Vorteil “Adelig” nicht durch AP-Abzüge aufwiegen lässt, was auch stimmt. Aber dann vielleicht …Eitelkeit? Vllt. sogar “Sucht”, nach Entzug? Mit Rückfallrisiko?
- Im Gegenzug oder als Alternative zum Kreditsystem könnte man auch den Abbau von schlechten Eigenschaften / Nachteilen günstiger machen (nachdem wir eh schon von großen Eingriffen ins Regelsystem sprechen).
So könnte man – anstatt weniger AP zu bekommen, wie beim Kreditsystem – sich im Laufe des Abenteuers auf nachvollziehbare Art und Weise einen ausgewogeneren Charakter erschaffen, der sich eben auch entwickelt.
(es geht natürlich nicht, sich die Nachteile Blind, einbeinig, -armig, …, wegzukaufen)
- Vorschlag für einen nächsten Podcast: Zusammenspiel von menschlichen und nicht-menschlichen Charakteren. Nachdem in dieser Runde fast nur Menschen (selten einmal Mischgruppen) vertreten sind (oder im anderen Extremfall: reine nicht-Menschliche Gruppen) könnt ihr euch ja vielleicht einen Gesprächspartner aus einer anderen Spielrunde dazu holen?
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